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Erstklassiger Artikel! – Den Jazz zur Kunstform erhoben

Posted by admin on 14th December 2009 in Uncategorized

Sehr geehrter Herr Oehmann, es freut mich, etwas über Louis Armstrong zu lesen, worin dieser einmal nicht durch den Kakao gezogen wird. Sicherlich war der Mann auch ein Clown, aber ein äußerst netter. (Daß er für seine Zeit und bereits mit spätestens 17 Jahren zudem ein absoluter Spitzentrompeter und, über alles gepeilt, ein innovativer Musiker war – er hatte angeblich das Solospiel erfunden, was mir nicht abwegig erscheint -, dürfte nur ein absoluter Vollidiot bestreiten.) Ich hatte übrigens das große Vergnügen, Louis Armstrong persönlich – wenn auch nur über ein paar Minuten – kennenzulernen. Im Jahre 1955 trat er mit seinen All Stars in meiner Heimatstadt Regensburg, und zwar im Gebäude der Regensburger Turnerschaft, auf. Ich war damals 10 Jahre alt und dort Mitglied in einer Turnerriege. Deshalb kannte ich alle Schlupfwinkel und auch einen “geheimen” Schleichweg zur Bühne (und selbstverständlich an der Kasse vorbei), wohin ich mich mit einem Schulkameraden schlich. Hinter der Bühne angekommen, ertappte uns ein baumlanger “African American”.

Da ich von 1949 bis 1951 in einem amerikanischen Kindergarten gewesen war und Amerikanisch noch recht gut beherrschte, sprach ich den riesigen Menschen in seiner Muttersprache an und bat ihn, uns zu seinem Meister vorzulassen. Der Mann fletschte grinsend die Zähne, rief ein paarmal nach Louis Armstrong, und da kam dieser auch schon um die Ecke. Armstrong war zu uns beiden Bubis exakt so freundlich, wie man ihn sich immer vorstellte, und erlaubte uns, die gesamte Vorstellung über hinter einem schwarzen Vorhang auf der Bühne auf eigens herbeigeschafften Stühlen zu verfolgen.